KI-Governance trifft FinOps: Kosten, Datenflüsse und Policies für GenAI kontrollieren
KI-Governance trifft FinOps: Kosten, Datenflüsse und Policies für GenAI kontrollieren
Generative KI ist in den IT-Abteilungen angekommen — und damit auch die Frage nach den Kosten. Wer GenAI-Workloads unkontrolliert laufen lässt, kann schnell unangenehme Überraschungen auf der Cloud-Rechnung erleben. Dieser Beitrag zeigt, wie sich KI-Governance und FinOps sinnvoll verbinden lassen.
Warum Governance ohne FinOps nicht funktioniert
Viele AI-Governance-Programme fokussieren auf Recht/Compliance (wichtig), übersehen aber:
- Token-/Request-Kosten wachsen exponentiell mit „einfach mal ausprobieren“
- Schattennutzung (private API Keys) unterläuft Security und Budget
- Datenklassifizierung entscheidet, ob ein Use Case überhaupt erlaubt ist
Wenn ihr FinOps und Governance trennt, bekommt ihr am Ende weder Compliance noch Kostenkontrolle.
Ein minimales Control-Set (das wirklich hilft)
1) Use-Case Registry
- Owner
- Zweck
- Datenklasse (Public/Internal/Confidential/Secret)
- Modell/Provider
- Architektur-Skizze (wohin gehen Prompts/Outputs?)
2) Policy: welche Daten dürfen in Prompts?
Pragmatisch starten:
- Keine Secrets/Passwörter/Tokens
- Keine personenbezogenen Daten ohne Freigabe
- Keine vertraulichen Vertragsinhalte ohne DPA/AVV
3) Kosten-Grenzen pro Use Case
- monatliches Budget
- Alert bei 70/90/100%
- harte Quota, wenn möglich
Telemetrie: die eine Metrik, die ich immer will
„Cost per outcome“ ist schwer. „Cost per request“ ist zu simpel.
Ein guter Start ist:
- Kosten pro Team/Cost Center
- Kosten pro App/Service
- Token Input/Output pro Modell
Beispiel: vereinheitlichte Logging-Events
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{
"ts": "2026-02-11T09:00:00+01:00",
"app": "customer-support-bot",
"provider": "openai",
"model": "gpt-4.1-mini",
"tenant": "prod",
"user": "svc-supportbot",
"input_tokens": 1200,
"output_tokens": 180,
"cost_eur": 0.012,
"data_class": "internal",
"policy_result": "allow"
}
Wenn ihr diese Events zentral (SIEM/Log-Platform) habt, sind sowohl Governance-Reports als auch FinOps-Reports plötzlich dieselbe Datenquelle.
Guardrails, die sich bewährt haben
Modell-/Provider-Whitelisting
- wenige freigegebene Modelle
- klare Kriterien (DPA, Region, Retention, Training-Opt-Out)
API Key Management
- keine Entwickler-Keys in Clients
- Keys nur serverseitig
- Rotation und Scopes
Prompt-/Output-Filtering
- DLP-Regeln für Prompts
- Content-Filter für Outputs (z.B. PII-Leaks)
Takeaways
- Governance und FinOps gehören zusammen: Transparenz ist die gemeinsame Basis.
- Startet mit einem Use-Case-Register + Datenklassifizierung.
- Baut ein einheitliches Event-Schema für Kosten und Policy-Entscheidungen.
- Whitelist statt Wildwuchs: Modelle/Provider bewusst freigeben.
- Quotas und Alerts verhindern, dass „Pilot“ zur Kostenfalle wird.
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